Kleines Hopfenlexikon 

Wissenswertes rund um den Hopfen

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Hopfen 

Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse. Er ist eine schnell wachsende Kletterpflanze mit kleinen Krallen, die bis zu 50 Jahre alt werden kann. Der botanische Name lautet Humulus lupulus.

Hallertau

Auch ‚Holledau‘ genannt. Sie ist das größte, zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt.
Sie liegt zentral in Bayern und ist von den Städten Ingolstadt, Kelheim, Landshut und Freising umgeben. Die größte Stadt in der Hallertau ist Pfaffenhofen a. d. Ilm. 

Dolde

Es gibt sowohl weibliche als auch männliche Pflanzen. In der Hallertau werden nur die weiblichen Hopfenpflanzen angebaut. Nur sie haben die aromareichen Hopfendolden, den Blütenstand. 

Bier

Nach dem Reinheitsgebot von 1516 darf zur Herstellung von Bier nur Malz, Hefe, Wasser und Hopfen verwendet werden. Etwa  99 % der gesamten Hopfenernte werden zum Bierbrauen verwendet. 

Lupulin

Lupulin sind die Drüsen der weiblichen Hopfenpflanze. Die Hopfendolden enthalten unzählige kleine, gelbliche Kügelchen, das Lupulin. Es gibt dem Bier den typischen Geschmack, macht das Bier haltbar und sorgt für den Schaum auf dem Bier. Zudem hat das Lupulin eine äußerst beruhigende und entspannende Wirkung. Der Hopfen ist die einzige Pflanze, die das Lupulin produziert.  

Hopfenzupfen 

 Das "Hopfazupfa" (Hopfenzupfen = Hopfenernten) findet ab Ende August statt. Dabei riecht die Luft in der Hallertau herrlich würzig und es herrscht emsige Betriebsamkeit. Heutzutage übernehmen Hopfenpflückmaschinen die Ernte. 

"Hopfazupfa" 

Die "Hopfazupfa" sind die zahlreichen, fleißigen Erntehelfer. Bis in die 1950er Jahre kamen bis zu 150.000 "Hopfazupfa" in die Hallertau, um den Hopfen mühsam per Hand zu ernten (= zupfa). Die meisten stammten aus dem Bayerischen Wald, der Oberpfalz, Böhmen und den großen Städten in der Hallertau. 

"Hopfazupfamahl"

 Das "Hopfazupfamahl" wurde in der "guadn oidn Zeit" zum Ende der Ernte aufgetischt. Es war der krönende Abschluss der Hopfenernte, den der Hopfenbauer zusammen mit den fleißigen Hopfenzupfern feierte. Das Mahl besteht aus einer Nudelsuppe, Schweinebraten mit Kartoffelsalat und Bier. 

Hopfengarten

Ursprünglich wurde der Hopfen in kleinen Mengen im eigenen Garten angebaut. Erst im 19. Jahrhundert wurden die angebauten „Felder“ größer – den Namen beließ man aber bei Hopfengarten. Die heutigen Gerüstanlagen sind sieben Meter hoch und bestimmen das Bild der Hallertau. Die Anlage muss das Gewicht des Hopfens – bis zu 100 Tonnen je Hektar – bei jeder Witterung tragen können.

Hopfendarre

Die Hopfendarren sind die „Türme“ eines Hopfenhofes und prägen das Ortsbild der Hallertauer Dörfer. In den Hopfendarren wird der Hopfen direkt nach der Ernte sorgsam getrocknet. 

Hopfensorte

 Es gibt hunderte von Hopfensorten, die sich in Aroma und Bittergehalt unterscheiden. Sehr erfolgreiche Sorten werden in der Hallertau in Hüll gezüchtet. Ein Trend in der Hopfenzüchtung ist es, Hopfen mit speziellen Fruchtaromen zu erzeugen. Die so genannten Flavor-Hops werden vor allem bei Craft-Bieren eingebraut. 

Kletterkünstler

Innerhalb von 70 Tagen haben die Hopfenpflanzen die Gerüsthöhe von sieben Metern erreicht. Unter günstigen Bedingungen kann der Hopfen an einem Tag bis zu 30 cm wachsen.

Heilpflanze 

Schon Hildegard von Bingen schätzte die beruhigende Wirkung des Hopfens. 2007 wurde der Hopfen (Humulus lupulus) zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Hopfenwellness

Die wohltuende Wirkung von Hopfen ist vielfältig: Er hilft bei Rheuma, Gelenkschmerzen, stärkt Herz- und Kreislauf, reinigt und strafft die Haut und entspannt bei Migräne und Erschöpfung. So wundert es nicht, dass Hopfenwellness im Trend ist.