Hopfenzupfen

Früher und Heute - Das Hopfenzupfen früher war reine Handarbeit. Auf den zahlreichen Hopfenfesten im Sommer wird immer noch die Kunst des Hopfenzupfens mit der Hand demonstriert. Jeder ist zum Mitmachen eingeladen.  

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Hopfenfeste
Die Hopfenfeste in der Hallertau sind sehr beliebt. Hier können Sie das Hopfenzupfen selbst ausprobieren und unterhaltsame, gesellige Stunden in authentischer Atmosphäre verbringen. Oder möchten Sie sich Ihr individuelles Souvenir aus der Hallertau selbst gestalten? Wir empfehlen einen Hopfenkranz-Bindekurs in der Hallertau.

Reine Handarbeit bis in die 1960er 

Bis in die 1960er Jahre hinein war das Hopfenzupfen reine Handarbeit. Jährlich um den 24. August herum kamen bis zu 70.000 Saisonarbeiter aus ganz Bayern, überwiegend aber aus dem Bayerischen Wald und der Oberpfalz, in die Hallertau, um bei der Hopfenernte zu helfen.

Ein bis eineinhalb Stunden benötigte ein Hopfenpflücker für einen Metzen, ein altes Maß für 60 Liter. Sieben bis acht Metzen füllte er am Tag. Für einen Metzen erhielten die Arbeiter eine Münze. Sie verdienten bis zu 20 Mark am Tag. Kost und Logis waren frei.

Nach der Ernte wurde der Hopfen in die Darre gebracht. Um sein Aroma und seine Farbe zu erhalten, wurde er dort auf 10 % Wassergehalt getrocknet.

Anno dazumal: Hopfenzupfen in der Hallertau. Ein Film aus den 60er Jahren aus dem BR Fernseharchiv.

Heute erleichtern Maschinen die Arbeit

Am Ende der 50er Jahre wurden die ersten Hopfenpflück-Maschinen eingeführt. Heute wird die Ernte weitgehend maschinell bewältigt. Mit Hilfe der Erntemaschine werden die Reben möglichst niedrig über der Erde abgeschnitten, heruntergerissen und zum Hof transportiert. Dort durchläuft der Hopfen verschiedene Reinigungsstufen und wird anschließend getrocknet.

Hopfenzupfermahl

Das Hopfenzupfen mit der Hand war für die vielen Helferinnen und Helfer sehr anstrengend. Deswegen wurde am letzten Abend das Ende der Hopfenernte bei den Bauern traditionell mit einem ausgiebigen Festmahl gefeiert, zu dem alle "Hopfazupfa" eingeladen wurden. Es wurde ausgelassen gefeiert und als Hopfenmahl gab es Nudelsuppe und Bier mit Schweinebraten und Kartoffelsalat. Oft wurde auf dem Fest auch die fleißigste "Hopfazupferin" bzw. der fleißigste "Hopfazufpa" gekürt, der als Dank ein kleines Präsent erhielt. 

Über die Jahre entwickelte sich das Festmahl zu einer kulinarischen Besonderheit, die noch heute im Brauchtum nachwirkt: Ein typisches Hallertauer Hopfenzupfermahl, bestehend aus Suppe, Schweinebraten und Kartoffel-Endiviensalat sowie einem kühlen heimischen Bier. Ein typisches Hopfenzupfermahl kann man auch heute noch in den zahlreichen Hallertauer Gaststätten genießen.